Umweltfreundlich Energie einsparen

Regierungspräsident nimmt Blockheizkraftwerk in Betrieb

(Äat). „Als Verantwortlicher für die Naturschutzverwaltung möchte ich mit gutem Beispiel vorangehen.“ Gestern weihte Regierungspräsident (RP) Dr. Lars Witteck im ehemaligen Verwaltungsgebäude des Straßenbauamtes in der Marburger Straße ein Blockheizkraftwerk ein, mit dem auch Kälte erzeugt werden kann.

Das Ziel: Energie einsparen, den CO2-Ausstoß vermindern. Genau das gelingt mit dieser neuen Anlage, die von einem privaten Investor finanziert und betrieben wird.

Tatsächlich sind die Zahlen imponierend, denn Witteck erklärte, dass so jährlich rund 21 000 Euro an Energiekosten und 58 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden könnten. „29 000 Bäume müssten gepflanzt werden, um diese Menge zu absorbieren“, meinte Hans H. Freischlad vom Investor EnergieDienstLeistung, der die Arbeitsweise der beiden kleinen Blockheizkraftwerke erläuterte, die mit Erdgas betrieben werden. Eine spätere Umstellung auf Biomethanol ist möglich.

Danach werden elf Kilowatt elektrischer Leistung erzeugt. Das entspricht dem Bedarf von 44 Haushalten. Mit den 28 Kilowatt thermischer Leistung könnten 29 Familien mit Wärme versorgt werden. Der Trick bei der Sache ist, dass bei der Stromerzeugung Wärme frei wird, die genutzt werden kann. Im Sommer kann der Vorgang umgekehrt werden, indem statt Wärme Kälte erzeugt wird. Das gelingt über ein einfaches Verfahren, bei dem ein Vakuum eine Rolle spielt.

Für Witteck sind solche Wege alternativlos, zumal sich das auch noch alles rechne. Der Vertrag mit der Firma laufe zehn Jahre, dann gehöre die Anlage dem Präsidium. Zu zahlen sind jährlich 20 000 Euro an die Firma. Da allein die Anschaffungskosten für das kleine Kraftwerk bei 100 000 lägen, man in dieser Zeit mit Wartung und Betrieb nichts zu tun habe, sieht er für beide Seiten ein gutes Geschäft. Witteck kann sich sogar vorstellen, dass über eine solche Anlage Elektroautos als Dienstwagen des Präsidiums betrieben werden könnten.

Für den RP und den Chef seiner Umweltverwaltung Adolf Laux ist es wichtig, dass die Nutzung erneuerbarer Energien auch in der Fläche nicht mehr ausgeschlossen wird, zumal allgemein bekannt sei, dass die Energievorräte endlich sind. Neben gebotenen Einsparungen beim Verbrauch will der Regierungspräsident außerdem unbedingt das Ziel erreichen, bis 2020 rund 30 Prozent des Energieverbrauchs in Mittelhessen über die Nutzung von erneuerbaren Energien zu decken.

Regierungspräsident Lars Witteck (rechts) legt den Schalter zur Inbetriebnahme des Heizkraftwerks um. Neben ihm sein Stellvertreter Hans-Otto Kneip, der Leiter der Liegenschaftsverwaltung beim RP, Friedhelm Block, und InvestorHans H. Freischlad.	Foto: Goltze

Regierungspräsident Lars Witteck (rechts) legt den Schalter zur Inbetriebnahme des Heizkraftwerks um. Neben ihm sein Stellvertreter Hans-Otto Kneip, der Leiter der Liegenschaftsverwaltung beim RP, Friedhelm Block, und InvestorHans H. Freischlad. Foto: Goltze

 

Mittwoch, 02. März 2011 09:27 Uhr
URL: http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten/9766593.htm

Gießener Anzeiger


23.12.2010 - GIESSEN

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