RP Gießen betreibt jetzt Anlage mit Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung

Gießen (si). Das Regierungspräsidium Gießen hat am Mittwoch seine erste Anlage mit Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung in Betrieb genommen. Sie steht im Keller des RP-Hochhauses in der Marburger Straße 91, in dem das Umweltdezernat mit rund 180 Mitarbeitern untergebracht ist.

Regierungspräsident Lars Witteck nimmt hier die Anlage offiziell in Betrieb, assistiert von (v.l.) Bauherr Hans H. Freischlad, R
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Regierungspräsident Lars Witteck nimmt hier die Anlage offiziell in Betrieb, assistiert von (v.l.) Bauherr Hans H. Freischlad, RP-Vizepräsident Hans-Otto Kneip und -Liegenschaftsdezernent Friedhelm Block. (Foto: Schepp)

Das kleine Kraftwerk kann alle drei Energieformen - Strom, Wärme und Kälte - erzeugen, und zwar besonders effizient, kostengünstig und umweltfreundlich.

100 000 Euro hat die Anlage gekostet. Erstellt wurde sie in öffentlich-privater Partnerschaft. Bauherr ist das Unternehmen Freischlad aus Haiger, das das Kraftwerk in den kommenden zehn Jahren betreiben wird und auch für die Wartung zuständig ist. Dann geht es in den Besitz des Regierungspräsidiums über. Im Gegenzug erhält Freischlad bis 2020 das Geld, das die Mittelbehörde durch die Investition einspart: jährlich rund 20 000 Euro. Das ist knapp ein Drittel der Energiekosten, die das RP für den siebengeschossigen Gebäudekomplex bisher aufgewendet hat (65 000 Euro pro Jahr).

Die zwei Klein-Blockheizkraftwerke erzeugen im Dauerbetrieb rund elf Kilowattstunden Strom - ausreichend für etwa 44 Privathaushalte - und 28 kWh thermische Energie: damit ließen sich laut Hans H. Freischlad rund 20 neue Einfamilienhäuser heizen. Mit der abgegebenen Wärme kann über eine Adsorptionsmaschine zusätzlich Kälte erzeugt werden. Das RP wird damit seine Räume mit den Computerservern kühlen. Gleichzeitig fallen durch die Investition pro Jahr rund 58 Tonnen Kohlendioxid weniger an. »Wir leisten einen großen Beitrag zur Energieeinsparung und zur Senkung der CO2-Emissionen«, freute sich am Mittwoch Regierungspräsident Dr. Lars Witteck. Als Umweltverwaltung wolle die Behörde auch ein gutes Beispiel für andere geben. Das RP plane, bis zum Jahre 2020 rund 30 Prozent des Endenergieverbrauchs in Mittelhessen durch erneuerbare Energien zu decken. Das sei es »nur geboten, im eigenen Haus die Weichen dafür zu stellen«, so Witteck.

Eine sehr große KWKK-Anlage nimmt das Gießener Universitätsklinikum im Frühjahr mit seinem Neubau in Betrieb. Dort werden - nach Klinikumsangaben weltweit zum ersten Mal - Brennstoffzellen eingesetzt, die als besonders leistungsfähig gelten. Kleinere Anlagen mit Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung laufen in Mittelhessen auch schon in anderen privaten und öffentlichen Gebäuden. Freischlad schätzt die Zahl auf »rund 500«.

Artikel vom 22.12.2010 - 19.45 Uhr
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